Human Resource Management und Personalauswahl


Neben der Entwicklung der Personalkompetenzen ist auch die Selektion geeigneter Personen eine entscheidende Stellschraube eines nachhaltigen Erfolgs der Organisation. Unglücklicherweise sind zwischenmenschliche Auswahlprozesse nicht frei von Fehlern;  sie sind zahlreichen systematischen Verzerrungen in der Personenbewertung unterworfen. Zu den bekanntesten Verzerrungen zählen hierbei sicherlich die auch heute noch vorzufindenden Diskriminierungen auf Basis von Geschlecht (i. d. R. zum Nachteil von Frauen), Ethnie (i. d. R. zum Nachteil für Mitglieder anderer Ethnien) und Attraktivität (i. d. R. zugunsten attraktiver Personen; „What is beautiful is good“). Problematisch ist an diesen Urteilsverzerrungen in der Personalselektion nicht nur die individuelle Ungerechtigkeit, die potentiell geeigneten Bewerbern den Einstieg in die Organisation gefährdet. Auch der Organisation werden durch diese Verzerrungseffekte notwendige Personalressourcen vorenthalten, die für eine erfolgreiche Entwicklung wichtig sind.

Das vorliegende Forschungsprojekt befasst sich damit, wie solche stereotypenhaften und für die eigentliche Einstellungsentscheidung irrelevanten Merkmale des Bewerbers (z. B. Geschlecht und Attraktivität) miteinander wechselwirken und welche Merkmale des Personalentscheiders (also der Person, die die Personalbeurteilung durchführt) deren Wirkung auf die Personalentscheidung beeinflussen können. Trotz seiner hohen Praxisrelevanz ist dieser Untersuchungsfokus auch für die Forschung von hoher Bedeutung, weil er die Wechselwirkung einzelner Merkmale miteinander betrachtet und somit zu einer Differenzierung der Forschungslage beiträgt.

Veröffentlichung der Forschungsergebnisse:

Agthe, M./Spörrle, M./Försterling, F. (2008): Success attributions and more: Multidimensional extensions of the Sexual Attribution Bias to failure attributions, social emotions, and the desire for social interaction. Personality and Social Psychology Bulletin, 34, 1627-1638.

Agthe, M./Spörrle, M./Maner, J. K. (2010): Don't hate me because I'm beautiful: Anti-attractiveness bias in organizational evaluation and decision making. Journal of Experimental Social Psychology, 46(6), 1151-1154.

Agthe, M./Spörrle, M./Maner, J. (2011): Does being attractive always help? Interactive effects of attractiveness and gender on social decision-making. Personality and Social Psychology Bulletin, 37, 1042-1054.

Projektleiter: Prof. Dr. Matthias Spörrle